Jahresausflug 2026 auf die Schynige Platte
Dieses Jahr war der Jahresausflug den Frühaufsteher:innen vorbehalten: am Sonntag, 5. Juli hiess es, am HB Zürich pünktlich um 7:02 Uhr den Zug nach Interlaken zu besteigen. Bei schönstem Sommerwetter erreichten die rund 30 Teilnehmer:innen um 9:25 Wilderswil bei Interlaken, Talstation der Zahnradbahn auf die Schynige Platte. In einem offenen Panoramawagen, gezogen von einer über 100-jährigen Lokomotive, liess sich die engsitzende Schar der Freunde mit wenig mehr als Schritttempo die 7.3 km lange und 1420 Höhemeter überwindende Strecke hochfahren. Was für ein entspannendes Gefühl der Entschleunigung! Die landschaftlichen Reize können bei diesem Tempo umso intensiver erlebt werden. Mit jedem Höhemeter nimmt die Fernsicht zu, und wenn man nach etwas weniger als einer Stunde die Bergstation auf 1967 m ü. M. erreicht, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus: die Sicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau und weitere Berner Viertausender ist schlicht und einfach atemberaubend!
Als Nächstes stand für zwei der drei unterdessen gebildeten Freundesgruppen die Führung durch den Alpengarten auf dem Programm (der dritten Gruppe wurde der Garten am Nachmittag gezeigt). Dass die Gärtnerinnen, die unsere Gruppen leiteten, ihre Arbeit im Alpengarten nicht als 08/15-Job empfinden, wurde schnell klar; deutlich spürten die interessiert zuhörenden Freunde das grosse Engagement und die Begeisterung, mit denen die Gärtnerinnen ihre «Zöglinge», die Alpenpflanzen, aufziehen, auspflanzen und pflegen. Auf relativ kleiner Fläche (etwas mehr als 8300 m2) kann man im Verlauf der schneefreien Periode, die in der Regel von Juni bis Oktober dauert, insgesamt fast 800 verschiedene alpine Pflanzenarten kennenlernen, was in etwa zwei Dritteln der Schweizer Alpenflora entspricht. Der Alpengarten wird von einem Verein (neue Mitglieder jederzeit willkommen!) und einer Stiftung getragen, die öffentliche Hand beteiligt sich nur geringfügig an den Kosten. Die Universität Bern führt im Alpengarten und auf benachbarten Versuchsflächen wissenschaftliche Untersuchungen und in einem Unterrichtsraum Kurse für Studierende und angehende Lehrpersonen durch. Allen an Alpenflora interessierten Freunden, welche den Jahresausflug verpasst haben, kann ein Besuch der Schynigen Platte und ihres Alpengartens wärmstens empfohlen werden!
Die Teilnehmer:innen erfuhren dann auch noch, woher der Name Schynige Platte kommt: unterhalb des Bergrestaurants liegen Schieferplatten an der Oberfläche, welche, wenn sie nass sind und von der Sonne beschienen werden, als scheinende Platte oder eben Schynige Platte wahrgenommen werden.
Um 16:20 hiess es dann von der Schynigen Platte Abschied zu nehmen und die Heimreise anzutreten. Um 20 Uhr traf die müde, aber von zahlreichen schönen Eindrücken bereicherte Freundesschar im HB Zürich ein. Herzlichen Dank allen, die an der Vorbereitung und Durchführung dieses schönen Jahresausflugs beteiligt waren!